Einträge von Kerstin

Reformsymphonie des BMG mit Tendenz zur Kakophonie

Was bringt der Reformherbst 2026? | Der Winter wird laut im Gesundheitswesen. Ende November will Minister Linnemann den Referentenentwurf zum Primärversorgungsgesetz vorlegen, das wohl folgenreichste Vorhaben der Legislatur. Erst danach, voraussichtlich am 18. Dezember, liefert die Finanzkommission Gesundheit ihre Vorschläge zu den eigentlichen Strukturreformen. Die Pflegereform wird in eine Kommission ausgelagert, und MVZ-relevante Regelungen könnten im HiB-Gesetz landen, etwas abseits des Fokus. Dazu kommen ein Spargesetz, das kaum in Kraft schon nachgebessert wird, und eine Notfallreform im dritten Anlauf. Es erwartet uns eine regelrechte Reformsymphonie. Das „uns“ ist dabei vollumfänglich gemeint, von den Leistungserbringer:innen bis zu den Bürger:innen.

Folgenabschätzung zum GKV-Spargesetz | Einordnung für Praxis + MVZ

Ein Fazit in 7 Punkten | Das GKV-BStabG des BMG stellt Praxen und MVZ – neben dem Kernproblem der drohenden Honorarkürzungen – insbesondere auch vor die Herausforderung, mit in vielerlei Hinsicht unbestimmten Honorarverteilungsvorgaben umzugehen, die für jede Menge Fragezeichen bei der Wirtschaftsplanung sorgen. Daher fasst unsere Arbeitshilfe zu denjenigen Vorgaben des GKV-BStabG, die besondere Relevanz für Praxis und MVZ entfalten, jeweils den aktuellen Sachstand zusammen und gibt Hinweise, wie praxisindividuell die Folgenabschätzung vorgenommen werden kann, bzw. unter welchen Vorbehalten diese gegebenenfalls steht.

Kapitalstock in Schieflage

Was die Verlustserie bei den Versorgungswerken für MVZ und Praxen bedeuten kann | In 2026 gab es eine ganze Reihe an Meldungen über finanzielle Schwierigkeiten der Versorgungswerke, die sich zwar in Ursache und Größenordnung unterscheiden; deren Folgen aber immer auch die MVZ und Praxen betreffen, da alle niedergelassenen und angestellten Vertragsärzt:innen Zwangsmitglied dieser Rententräger sind. Aufgeworfen werden somit nicht nur übergreifende Fragen nach Risikosteuerung und Aufsichtsversagen, sondern auch solche der individuellen Altersvorsorge – was durchaus die Attraktivität einzelner Regionen als Arbeitsort (mit)beeinflussen kann. Der Beitrag ordnet entsprechend die aktuellen Meldungen ein, stellt die Hintergründe dar und erklärt weiterführende Zusammenhänge.

Anstellung auf dem Vormarsch

Der freie ärztliche Beruf im natürlichen Strukturwandel | Mehr Ärzt:innen, weniger Arztzeit, wachsender Bedarf. Drei Entwicklungen, die gleichzeitig stimmen – und zusammen ein Paradox ergeben, das die Bedarfsplanung vor eine grundsätzliche Herausforderung stellt. Die Zahlen zeigen: Der ambulante Sektor befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Art und Weise, wie der freie ärztliche Beruf ausgeübt wird, ändert sich grundlegend. Zulassungen nehmen ab, Anstellungsverhältnisse werden zur neuen Normalität – und die verfügbare Arztzeit wächst dabei längst nicht mehr im gleichen Takt wie die Zahl der Köpfe. Eine Analyse auf Basis des Bundesarztregisters 2013–2025.

Bundesrechnungshof hat sich verrechnet

Analyse zur Steuerungswirkung der TSVG-Fallkonstellationen und der Entwicklung der Termin-Wartezeiten | Die Begründung für die im GKV-BStabG vorgesehene Streichung der TSVG-Zuschläge stellt sich bei genauem Hinschauen als falsch heraus. Die von GKV-Finanzkommission und dem BMG hierfür zugrunde gelegte Analyse des Bundesrechnungshofes beruht auf Rechen- und Auslegungsfehlern. Wir haben den Bericht hinterfragt. Das Ergebnis ist eine Umkehrung der Regierungsinterpretation: Die Anreizsetzung für schnelle Termine wirkt nachweislich. Der Beitrag legt die Fehler in der Analyse des Bundesrechnungshofberichtes offen und appelliert an den Gesetzgeber, die geplante Streichung der TSVG-Konstellationen zu stoppen.

Bundesrechnungshof hat sich verrechnet

Die Begründung für die im GKV-BStabG vorgesehene Streichung der TSVG-Zuschläge stellt sich bei genauem Hinschauen als falsch heraus. Die von GKV-Finanzkommission und dem BMG hierfür zugrunde gelegte Analyse des Bundesrechnungshofes beruht auf Rechen- und Auslegungsfehlern. Wir haben den Bericht hinterfragt. Das Ergebnis ist eine Umkehrung der Regierungsinterpretation: Die Anreizsetzung für schnelle Termine wirkt nachweislich. Der Beitrag legt die Fehler in der Analyse des Bundesrechnungshofberichtes offen und appelliert an den Gesetzgeber, die geplante Streichung der TSVG-Konstellationen zu stoppen.

Krisenmodus diesseits und jenseits der Spree

Strukturelle Belastungen der ambulanten Versorgung: Eine Bestandsaufnahme | Wir hatten zu Jahresbeginn bereits eine kritische Prognose für die ambulante Versorgung formuliert. Was wir dabei unterschätzt haben, war das Ausmaß der geopolitischen Entwicklungen: Der Iran-Krieg und seine Folgen für Lieferketten und Energiepreise haben die Ausgangslage nochmals verschlechtert. Inflation und erhöhte Zinsen belasten Unternehmen nunmehr strukturell. Kostentreiber ist, wie so oft, der stationäre Sektor, doch auch die ambulante Versorgung steht unter Druck.

Krisenmodus jenseits der Spree

Ein Blick auf die finanzielle Großwetterlage | Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ambulante Praxen und MVZ bleiben im Jahr 2026 unter massi-vem Druck. Während geopolitische Krisen die politische Aufmerksamkeit binden und Reformbemühungen im Berliner Regierungsviertel lähmen, sieht sich die ambulante Versorgung mit einer harten Realität konfrontiert: Sinkende Reinerträge treffen auf steigende Kosten. Ein pointierter Blick auf die ökonomische Großwetterlage.

Anhörung ‚MVZ reformieren‘ des Gesundheitsausschuss‘ im Bundestag

Am 12. November 2025 hat der Gesundheitsausschuss des Bundestags (mal wieder) eine Sachverständigenanhörung zu MVZ durchgeführt. Die BMVZ-Geschäftsführerin war als geladene Expertin dabei. Anlass war der Antrag der Grünen-Fraktion, ‚MVZ reformieren.‘ Darin erhebt die Oppositionsfraktion in einem bunten Mix sowohl Forderungen nach mehr Transparenz und restriktiver Regulierung als auch zur Bürgschaftserleichterung kommunaler MVZ. Aber z.B. auch Gedanken, der Ärztlichen Leitung im MVZ die organisatorische Letztverantwortung gegenüber der KV zuzuordnen, um ihre Position gegenüber der kaufmännischen Geschäftsführung zu stärken, kommen neben vielen anderen Punkten darin vor. Dieser Beitrag bietet zur Anhörung Eindrücke, Analysen und Kommentierungen.