12. BMVZ-PRAKTIKERKONGRESS

Die Überschrift ist eine Abbildung des Status Quo der derzeitigen kooperativen Versorgung im deutschen Gesundheitswesen. Während in Politik und Selbstverwaltung oftmals Ideenstau und Umsetzungsblockaden vorherrschend scheinen, sind – und das bewies der Tag auf ein Neues – die kooperativ tätigen Praktiker der ambulanten Medizin längst mit Gestaltungswillen und am Tun. Doch bei aller Praxis kommt auch der Praktikerkongress nicht ohne Politik aus.

Dr. med. Peter Velling, Vorstandsvorsitzender des BMVZ, eröffnete auch in diesem Jahr den Kongress mit einer Draufsicht auf die aktuelle politische Lage.

Direkt geradeaus wurden seinerseits und von den folgenden Referenten des Programmpunktes Politik derzeit diskutierten Themen wie beispielsweise die massive Gründung zahnärztlicher MVZ durch finanzstarke Kapitalgesellschaften mit kritischen Worten angesprochen, die im Referentenentwurf des TSVG (Terminservice- & Versorgungsgesetz) dargelegte Formulierung, nach der die Nachbesetzungen angestellter Arztsitze künftig einer Bedarfsprüfung unterliegen solle, bewertet und der ebenfalls im TSVG formulierte Passus der Heraufsetzung des Sprechstunden(an)gebots von 20 auf 25 avancierte zum Aufhänger einer regen, mit dem Publikum geführten Diskussion.

Die weiteren Themen des Tages unterteilten sich zwar im Programm in die Rubriken Zusammenarbeit, Recht und IT & Vernetzung, doch wurde erneut in den Vorträgen der sachverständigen Referenten schnell klar, wie eng sie allen in der Praxis mit einander verknüpft sind.

Das Antikorruptionsgesetz, das nunmehr seit zwei Jahren in Kraft ist, ist hierfür ebenso Beispiel wie die Live-Hacking Darbietung zur Informationssicherheit. Wie wichtig die Sensibilisierung gerade letzteres für MVZ und Arztpraxen ist, zeigte das Abfragen des Publikums, wer denn schon einmal selbst Opfer eines Hacks geworden sei. Die Anzahl war erstaunlich (erschreckend) hoch.

Franz Knieps, Vorsitzender des BKK-Dachverbands, schlug mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Honorarreform(en) das Publikum regelrecht in seinen Bann. Mit großem Engagement umriss er die großen Linien zur Überarbeitung (der Vision) der GOÄ und EBM und der sektorenübergreifenden Versorgung. Es brauche ein, für Innovationen offenes und Honorarsystem. Des Weiteren bedürfe es der Überzeugung, dass immer mehr ambulant machbar sei und ein gespanntes Beobachten dessen, was die Kommission zur Honorarreform beim BMG als auch von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe der Ländergruppen zur sektorenübergreifenden Versorgung an Impulsen setzen werden.

Ohne den gesamten Kongresstag im Detail abbilden zu wollen und zu können, haben das Programm, die Referenten und die Meinungen der Gäste gezeigt, wie relevant und einzigartig der Praktikerkongress mit seiner ausschließlichen Ausrichtung auf die kooperative Versorgung ist.

Seien Sie dabei, wenn es wieder heißt MVZ:
Mit Vernunft Zusammenarbeiten

Das kommende Jahr wird zeigen, welche Schwerpunkte für den im nächsten Jahr folgenden Kongress gesetzt werden.

Welche Chancen und Herausforderung bringt das TSVG schlussendlich? Welche Besonderheiten in Punkto Recht, Betriebswirtschaft und Organisation gilt es weiter zu beachten? Und vor allem: Wie machen es die anderen?

Antworten auf diese und noch nicht formulierte Fragen gibt der

13. BMVZ-PRAKTIKERKONGRESS
am 27. September 2019 in Berlin


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